So war ich 16 Jahre alt, als mich diese freimachende Botschaft erreichte und noch vielmehr, als ich dieses Liebesangebot annahm und Er zu meinem persönlichen "Freund" wurde.
Mein Leben änderte sich radikal und nicht die Änderung allein, sondern auch mein Herz erlebte eine Kehrtwendung, die man nur schwer in Worten ausdrücken kann. Plötzlich konnte ich auch Menschen lieben, die mir zuvor eher auf den Keks gingen durch ihre Spießbürgerlichkeit oder ihre Asozialität. Ich war kein Funke besser, als jeder andere Mensch und schaute auch nie von oben herab, aber ich wusste um einen Frieden in meinem Herz, den ich für nichts in der Welt wieder hergeben würde.
Meine Liebe zur Musik war etwas auf Sparflamme, weil ich keine Lust mehr hatte auf Volksmusik, Polkas oder Märsche, aber ich entdeckte schnell ein Instrument, dass mich bis heute fasziniert und immer wieder begeistert. Ich hatte Gelegenheit Klavier zu lernen und zwar lernte ich es ohne Unterricht und versuchte wie ein Kind die richtigen Töne zu finden.
So erforschte ich es regelrecht und lernte durchs Spielen und Hören wann welcher Akkord passt und wann nicht. Ich betete sogar, dass ER mir dabei helfen soll, da Er ja der Erfinder von Musik ist. So verrückt es klingt, ich hatte Ihn zum Lehrer und während ich spielte, fragte ich oft, wie könnte man das jetzt anders spielen, oder was kann man an dem Akkord ändern, dass er anders klingt und tatsächlich hatte ich die besten Ideen und Inspirationen und erlernte es in nur kurzer Zeit, so dass manchmal Zuhörer verwundert waren, dass ich nicht schon, wie angenommen, 10 Jahre spiele mit Unterricht, sondern erst 2 oder 3 Jahre.
Innerlich habe ich den Wunsch und habe ihn seither, diesem Gott etwas zu geben als eine Art Antwort oder als ein Dankeschön. Ich kann natürlich nichts dieser Liebe und diesem Frieden und der Tat am Kreuz entgegenhalten und dass ist auch das Letzte, was Er von uns Menschen abverlangen würde, aber doch wollte ich seit meiner Entscheidung für Ihn, ein Werkzeug für Ihn sein und sah die Musik als eine Möglichkeit.
Ich hatte die Möglichkeit in der Gemeinde, die diese Zeltmission veranstaltete, mit Klavier die Lieder zu begleiten und es wurde mehr und mehr für mich zu einem Dienst. Ich besuchte 2 Jahre eine Bibelschule und lernte auch dort unter Profimusikern das Improvisieren und wie man eine Versammlung anleitet. Man könnte es mit einem Chorleiter vergleichen. Der Unterschied ist nur der, dass man mit einer Band spielt und die Versammlung anleitet, ohne dass es speziell einen Chor geben muss.
Wenn ich mich ans Klavier oder Keyboard setzte und anfing, für Gott zu spielen und singen, erlebte ich es immer wieder, wie sich "Türen" öffnen. Hinterher oder während dieser Zeit des Singens und Spielens, wurden sehr oft Menschen stark berührt und sie empfingen direkten Trost und Zuspruch, sowie Frieden. Es war nicht das Spielen, sondern Gottes Wirken, aber durch Musik kann ein Mensch offener werden für Gottes Gegenwart. Das findet man ganz oft im Alten Testament, dass Musik eine sehr große Rolle spielte, damit Gott in der Versammlung "wohnte".
Ich würde nie behaupten, das ich durch diese Entscheidung keine Probleme mehr hatte oder habe und das alles nun wie auf Wolke 7 läuft. Ich empfand es sogar als einen Kampf und irgendwie entstanden neue Probleme, aber ich hatte jetzt eine Quelle, die ich jederzeit anzapfen konnte und die mich stärkte. Es war wirklich so, dass ich von da an das Ruder abgegeben hatte und für jedes Detail in meinem Leben konnte ich im Gebet um Rat fragen und auch in der Bibel bekam ich auf viele meiner Fragen eine Antwort.
Als Teeny hat man ja meist ein plötzlich wachsendes Interesse für das andere Geschlecht. Ich hatte durch meine Erziehung aber schon immer eine hohe Meinung über das weibliche Geschlecht und verstand mich auch immer besser mit Frauen. Also war der Weg natürlich gebahnt, das meine Gefühle verrückt spielten und ich mich sehr oft verliebte. Wie oft wollte ich damals lieber sterben. Nachdem ich mich mal wieder Hals über Kopf in eine Lady verliebt hatte, wusste ich echt keinen Rat mehr. Ohne jetzt ständig auf meinem Glauben an Gott rum zureiten war auch dieser wieder meine Rettung in dieser Situation. Ich betete einfach drauflos und bat Gott mir zu helfen. Ich wollte diesen Liebeskummer nicht mehr spüren und ich sehnte mich natürlich auch nach einer Freundin. (ich war zu der Zeit dann etwa 17 1/2 Jahre alt)
In meinem Herzen passierte zwar nicht augenblicklich was, aber ich bemerkte eine Veränderung in meinen Gedanken. In den nächsten Tagen und Wochen schaute ich mir die Person genauer an und es war fast so, als ob ich in den Charakter schauen konnte. Plötzlich machte es klick in meinem Inneren und ich wusste irgendwie, das es nichts für mich ist. Meine Gefühle und das Verliebt sein schwanden zwar nicht sofort, aber diese Erkenntnis schwächte es sehr.
Ich wünschte mir im Gebet eine Frau, die mich so liebt wie ich bin. Ich wünschte mir außerdem, das es eine Frau ist, die noch keinen Freund vor mir hatte und ich wünschte mir, das ich diese Frau mit 19 kennen lerne. Ich kannte ein Ehepaar, was mir total ein Vorbild ist und dieser Mann lernte seine Frau auch mit 19 kennen. Verrückt eigentlich, aber ich dachte damals so und betete auch so. Ich wünschte mir außerdem noch was total Komisches und zwar das diese Frau, die ich mal kennen lernen sollte, auf mich zukommen soll. Also sie sollte mich ansprechen. Ich war zu feige und schüchtern.
Es würde viele Internet-Seiten ergeben, wenn ich alle meine Erlebnisse hier aufführen wollte. Ein schönes Erlebnis möchte ich aber noch ausführen um diese "Geschichte" abzurunden und bestimmt ist es auch für den einen oder anderen Leser interessant zu erfahren, wie es sich mit meiner Freundin ergeben hat.
Nach einer Veranstaltung in der Freien Christengemeinde in Kehl fuhr ich noch einige Freunde nach Hause und es war ein ganz außergewöhnlicher Tag. Ich war mal wieder verliebt, aber diesmal war es was ganz anderes. Ich hatte fast noch kein Wort mit dieser Frau gesprochen und war extrem schüchtern. Ich hatte auch Angst überhaupt zu reden und hätte mich niemals getraut sie zu fragen wie sie fühlt.
Natürlich saß ausgerechnet diese Frau auch in meinem Auto und sie war die letzte, die ich dann nach Hause brachte. Als wir bei ihr waren, blieb sie im Auto sitzen (sie saß hinten) und sagte mir, das sie mehr für mich empfindet wie für einen Freund. Ich war schon halber in Ohnmacht und dachte es ist ein Traum. Tatsächlich hatte auch sie sich in mich verliebt und ich konnte ihre Gefühle nur erwidern.
Das Besondere war, dieser Tag war der 12. Dezember 1988 und es war an meinem 19. Geburtstag. Ich war ihr erster Freund und sie liebte mich so wie ich war. Sie machte auch den ersten Schritt und diese Beziehung war der Anfang einer bis heute andauernde Partnerschaft. Wir heirateten 3 Jahre später und sind inzwischen über 19 Jahre ein Ehepaar.
Es hat sich vieles getan in all den Jahren und diese Geschichte über meine Entscheidung zum Glauben hat mich seither in allen Lebenslagen geprägt. Ich habe es nie bereut und bin froh, das man auch heute noch diese Liebe und Vergebung Gottes erfahren kann. Wichtig ist dabei immer das Herz.
"Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus." (Sprüche 4,21)
Keiner kann Dein Leben leben, es entscheiden oder Dir was abnehmen, aber Einer kann dir dabei mehr als eine Hilfe sein und Er sucht dich vielleicht schon länger und will Dir mit dieser Geschichte auch was sagen.
Gerne kannst du mir schreiben oder einen Eintrag ins Gästebuch stellen, damit ich Ideen oder Veränderungsvorschläge bedenken kann. Ich freue mich über Rückmeldungen und wünsche dir alles Liebe und Gute für dein Leben.
Gott segne dich!
Jochen
P.S. : hier kannst du mir
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